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Raubritter vor München

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„Raubritter vor München“ ist das beste Beispiel für die Arbeitsweise von Karl Valentin. Einzelne Passagen und Nummern hat er schon in seinen frühen Programmen ausprobiert. Dann hat er aus einzelnen Szenen daraus und zusammen mit Liesl Karlstadt das Theaterstück „Raubritter vor München“ gemacht – 1924 ein Riesenerfolg. Das Theaterstück wurde immer wieder an verschiedenen Orten in München aufgeführt.

In den 30er Jahren hat Karl Valentin mit Liesl Karlstadt versucht, daraus einen „deutschen Groteskfilm“ zu produzieren. Dafür gibt es ein Treatment: Im Kern wiederum die Geschichte der „Raubritter vor München“, aber mit neuem Anfang. Eine Räuberbande hat keinen Erfolg mit Überfällen auf Kutschenreisende. Sie entscheiden sich für einen Überfall auf die Burg Grünwald, um sich dort Ritterrüstungen und Waffen zu besorgen. So ausgestattet als Ritter können sie es wagen, die Stadt München zu überfallen. Dann kommt die Geschichte ins Bild, die bereits im Theaterstück erzählt wurde. Karl Valentin als Wachposten, Liesl Karlstadt als sein Bursche. Aber der Überfall auf München durch die Raubritter wird breit ausgebaut. Nur der Schluss ist ähnlich kurios. Beim Filmprojekt endet der Kampf durch das Eingreifen der „bösen Frau Hauptmann“ der Bürgerwehr, beim Theaterstück endet der Kampf, weil Raubritter und Bürgerwehr wegen des Starkregens keine Lust auf das Kämpfen mehr haben. Sie gehen nach Hause.

Am Filmstoff haben Valentin und Karlstadt drei Jahre gearbeitet. Es gibt im Kölner Archiv ein Treatment zum „großen historischen Groteskfilm“, es gibt ein ausführliches Drehbuch ebenfalls mit dem Titel „Raubritter vor München“, es gibt für den „Grossfilm“ eine Liste der 46 Szenen, aber es gibt vor allem viele Beispiele der Ausstattung, wie Valentin sie sich vorgestellt hat: Zeichnungen, Montagen, Beispielsammlungen.

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